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Eye Watching

Eine Echtzeit-Projektionsinstallation, die die Gesichter von Passant:innen erfasst und in abstrahierte digitale Bilder verzerrt und dabei fragt, was es bedeutet, beobachtet zu werden.

2026Visual & Concept Design · with Veronica BergonzoniProcessing, Projection Mapping, Live Camera Input
Projection MappingProcessingInteractive Installation

Eye Watching ist eine Echtzeit-Überwachungsinstallation. Eine Kamera erfasst die Gesichter von Menschen, die sich durch einen Raum bewegen, und ein in Processing gebauter Effekt verzerrt jede Aufnahme zu abstrahierten, pixeligen Bildern, live über eine sechsteilige Fensterwand projiziert.

Sechs Fensterscheiben als segmentierte Anzeige genutzt, jede zeigt ein großes Pixel-Art-Augenmotiv in Blau und Rot, mit einem schwarzen eulenartigen Emblem in der mittleren Scheibe.

Konzept

"What happens when the computer watches you? You are no longer a person, but just a series of numbers. Your image is no longer yours. It is controlled by the system." Diese Rahmung, direkt aus dem Projekt-Briefing übernommen, trägt das gesamte Stück: Besucher:innen sehen die Installation nicht nur, sie werden in dem Moment, in dem sie ins Bild treten, zu ihrem Subjekt.


Im Raum

Die Installation lebt in sechs alten Fensterscheiben, jede davon zu einer eigenen Projektionsfläche gemacht. Meist zeigen sie ein sich wiederholendes Raster stilisierter Pixel-Art-Augen mit einem wiederkehrenden Eulen-Emblem im Zentrum, ein beobachtendes Motiv, dem Besucher:innen begegnen, noch bevor sie überhaupt erfasst werden. Wenn der Live-Kamerafeed aktiv ist, zeigen dieselben Scheiben stattdessen körnige, entsättigte Aufnahmen von allen, die davorstehen, mit sichtbaren Gesichtserkennungs-Rahmen direkt über ihrem Körper. Die Überwachung ist bewusst lesbar gemacht statt versteckt.

Die sechs Fensterscheiben zeigen körnige, entsättigte Aufnahmen stehender menschlicher Figuren, verzerrt durch den Processing-Effekt.
Eine Besucherin steht vor der Installation, während die Fensterscheiben Live-Kameraaufnahmen von Menschen mit roten Gesichtserkennungs-Rahmen über ihren Köpfen zeigen.
Nahaufnahme einer Fensterscheibe mit dem schwarzen eulenartigen Emblem über einer körnigen menschlichen Figur, ein Fluchtwegschild schwach durch das Glas sichtbar.
Weite Schrägansicht der sechsteiligen Fensterinstallation, blau leuchtend mit Pixel-Art-Augenmotiven, in einem abgedunkelten Raum mit weiteren Kunstwerken an den Wänden.

Reflexion

Die stärkste Entscheidung bei Eye Watching ist Zurückhaltung: statt die Überwachung zu verstecken oder rein abstrakt zu machen, bleiben die Erkennungs-Rahmen sichtbar, und das Augenmotiv blickt zurück, noch bevor jemand überhaupt erfasst wird. Besucher:innen verstehen die Absicht der Installation fast sofort, genau das war der Punkt. Das Unbehagen, beobachtet zu werden, wirkt klar gezeigt stärker als kunstvoll verpackt.